['You:sful]

Lernen-durch-Engagement

Projektideen für Schülerinnen und Schüler

Lernen-durch-Engagement-Projekte sind so unterschiedlich, wie die Kinder und Jugendlichen, die sie erfinden und so unterschiedlich, wie die Inhalte, die im Lernen-durch-Engagement-Unterricht behandelt werden.

Ihr könnt in eurem Engagement:

- direkt helfen

z.B. indem ihr Essen an Obdachlose verteilt, einen Filmclub im Seniorenheim organisiert oder frisch zugewanderten Kindern bei den Hausaufgaben helft.

- indirekt helfen

indem ihr z.B. ein Spatzenhotel baut, um den vom Aussterben bedrohten Spatz zu retten, für einen barrierefreien Schulweg kämpft oder Spenden für ein soziales Projekt sammelt.

- euch für eine Sache stark machen

indem ihr z.B. gegen den Plastikmüll in eurer Schule kämpft, eine Kampagne gegen Rassismus organisiert oder in der Nachbarschaft für mehr bienenfreundliche Bepflanzung auf Balkonen werbt.

- oder den Dingen auf den Grund gehen

indem ihr die Wasserqualität eines Sees messt, Podiumsdiskussionen veranstaltet, Umfragen organisiert. Wichtig ist: Veröffentlicht eure Ergebnisse.

Ideenpool

  • Yousful Interview
  • Yousful Streichen
  • Yousful Fahrrad Reperatur
  • Yousful Block
  • Yousful Filmclub Senioren

Projekte für mehr Miteinander

Unternehmt etwas mit Menschen mit und ohne Behinderungen

Darum geht es:

Besucht eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, spielt zusammen, macht gemeinsame Ausflüge backt Kuchen oder tut was immer euch zusammen einfällt.

Warum das gut ist:

Gemeinsam etwas zu erleben und zu unternehmen, ist für Menschen mit und ohne Behinderung eine Bereicherung. Es schafft Verständnis, baut Unsicherheiten und Isolation ab.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr könnt erleben, dass „Normalsein“ relativ und längst nicht alles ist und wie wichtig Barrierefreiheit und Respekt sind. Im Unterricht könnt ihr diese Erfahrung vertiefen, z.B. durch die Auseinandersetzung mit der Arbeit von Interessenvertretungen, mit einem Blick in die Geschichte: Wie gingen Gesellschaften früher mit dem Thema Behinderung um. Oder auch mit einem Blick auf die sozialen und medizinischen Berufe, die sich in diesem Feld auftun.

Erste Schritte:

Macht euch schlau: Was sind gerade die großen Themen, die die Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen diskutieren? Was findet ihr an Einrichtungen und Unterstützungsangeboten, z.B. auf der Website eures Bezirks oder der Hamburger Behörde für Arbeit und Soziales? Wie könnt ihr euch in diesen Einrichtungen oder Vereinen einbringen?

Was ihr dafür braucht:

Mindestens ein halbes Jahr Zeit für Recherche und regelmäßige Besuche, Offenheit, Respekt und Zuverlässigkeit, vielleicht ein bisschen Geld, um bei Ausflügen begleiten zu können. Geld könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

15 bis 18 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Ich habe gelernt, dass alle Menschen gleich sind, ob behindert oder nicht. Am besten hat mir gefallen, mit den Behinderten selbstständig und allein zu arbeiten.“
Schüler/in StS Horn, Klasse 7, Schülerfeedback 2016
„Das Schönste war die Erkenntnis, dass wir im Pflegeheim keine Last sind, sondern Freude vermitteln können. Eine Schwierigkeit war, dass es ein bisschen schwierig ist, das Projekt zu managen, weil viele Standards im Pflegeheim zu beachten sind.“
Lea, Jg. 9 Stadtteilschule Kirchwerder [‘You:sful]-Tagung 2019
„Ich habe mich bei „Leben mit Behinderung“ engagiert. Da sind wir in ein Heim gegangen mit alten Leuten, die eine geistige Behinderung haben. Wir wollten einfach ein bisschen Zeit mit den Leuten verbringen, damit wir ihnen ein bisschen Sicherheit, Selbstwertgefühl und einfach ein bisschen Fröhlichkeit schenken. Wir spielen Spiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ mit ihnen oder backen etwas für sie, damit sie wissen, dass sie dort nicht so einsam sind.“
Methehan, Klasse 9, Ida-Ehre-Schule [’You:sful]-Tagung 2019

Erklärt älteren Menschen neue Medien

Darum geht es:

Bringt älteren Menschen im benachbarten Seniorentreff bei, wie sie mit WhatsApp, Skype, Facetime etc. mit ihren Enkeln kommunizieren oder wie sie die Aktivitäten ihres Seniorentreffs besser online organisieren können.

Warum das gut ist:

Neue Medien können älteren Menschen das Leben sehr viel leichter machen. Vielen fällt es allerdings schwer, mit den neuesten Entwicklungen Schritt zu halten. Mit ein bisschen Geduld könnt ihr aber beim Einstieg helfen.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Wer anderen etwas beibringen möchte, muss selbst viel wissen. Informiert euch darüber, wie sicher die Apps sind, die ihr empfehlt (Datenschutz, Spam, Viren und Trojaner). Findet heraus, wie sich Kommunikation im Laufe der Jahrzehnte geändert hat und überlegt, was das für einen Einfluss auf die Gesellschaft hat.

Erste Schritte:

Findet einen Seniorentreff in eurer Nähe und klärt, ob die Menschen Interesse an eurer Idee haben. Was genau möchten die Seniorinnen und Senioren lernen? Sucht online nach Studien und Zeitungsberichten über die Mediennutzung von älteren Menschen. Überlegt, in welchen Schritten ihr die wichtigsten Grundlagen erklären könnt. Sucht dafür Vorbilder, z.B. in Youtube-Tutorials.

Was ihr dafür braucht:

Mindestens vier Monate Zeit für Recherche, Planung und Besuche. Gute Medienkenntnisse, die Bereitschaft, euch in Menschen hineinzuversetzen, die wenig online sind. Offenheit, Respekt und Zuverlässigkeit, vielleicht ein bisschen Geld für Fahrten oder Material. Geld dafür könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

13 bis 18 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz ähnliches gemacht haben:

„Wir wollten Senioren etwas moderne Technik beibringen, weil wir aus eigener Erfahrung wissen, dass sie häufig Technik ablehnen oder ängstlich sind. Da unsere Generation ja viel mit Technik zu tun hat, wollen wir so etwas wie Workshops anbieten und den älteren Menschen damit die Scheu vor Technik nehmen.“
Philipp, Albrecht-Thaer-Gymnasium, Profil Demokratie und Verantwortung Jg. 11, ['You:sful]-Tagung 2018
„Unser Projekt will erreichen, dass die beiden Generationen zusammenkommen – dass Jugendliche und Ältere Kontakt aufnehmen. Geplant ist, den Umgang mit der Technik näherzubringen, damit die ältere Generation auch über die neuen Medien stärker Kontakt zur äußeren Welt aufnehmen kann. Das ist ja genau in unserer Generation der Fall, dass wir sehr viele Kontakte zur äußeren Welt über die neuen Medien pflegen.“
Henriette, Albrecht-Thaer-Gymnasium, Profil Demokratie und Verantwortung Jg. 11 ['You:sful]-Tagung 2018

Lest in der Kita vor

Darum geht es:

Organisiert einen Vorlesevormittag oder aber auch kürzere, regelmäßige Besuche in einer Kita, um dort den Kindern vorzulesen.

Warum das gut ist:

Ältere Kinder sind Vorbilder für Kita-Kinder. Wenn die Kleinen sehen, dass ihr Großen gerne und gut lest und wenn ihr ihnen mit schönen Geschichten Lust auf Bücher macht, dann werden sie selbst neugieriger auf das Lesen werden.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr könnt erleben, wie wichtig Lesen für die Fantasie ist und dass es Spaß macht, mit kleinen Kindern in eine Geschichte einzutauchen. Findet heraus, was eigentlich ein gutes Kinderbuch ausmacht und wie ihr eine Gruppe von Kita-Kindern zum Zuhören bewegen könnt.

Erste Schritte:

Sucht euch eine Kita, die eure Idee toll findet und Zeit für euer Vorleseprojekt hat. Sucht in der Bücherhalle nach guten Büchern. Überlegt, was ihr früher gerne gehört habt und was ihr heute gut vorlesen könnt. Fragt dazu auch eure LehrerInnen und die ErzieherInnen. Findet heraus, wie lange kleine Kinder zuhören können. Überlegt auch, ob ihr einzelnen Kindern oder kleinen Gruppen vorlesen möchtet.

Was ihr dafür braucht:

Drei bis vier Monate Zeit, Kontakt zu einer Kita, ein, zwei Ausflüge in die Bücherhalle, Zeit, um einen Vormittag in der Kita zu sein (ihr könnt natürlich auch kürzer, aber dafür öfter vorlesen). Gute Bücher und einen freundlichen und verantwortungsvollen Umgang mit kleinen Kindern.

Empfohlenes Alter:

8 bis 13 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz ähnliches gemacht haben:

„Ich war im Kindergarten, dort haben wir den Kindern geholfen und ihr Vertrauen aufgebaut. Wir haben vorgelesen und mit den Kindern gezeichnet. Am besten hat mir gefallen, dass wir dort auch selbstständiger wurden.“
Salam, Stadtteilschule Mitte Jg. 6 ['You:sful]-Tagung 2017
„Das Schönste war, dass die Kinder in der Kita sich gefreut haben, weil wir regelmäßig gekommen sind, und wenn alle beim Vorlesen gut zugehört und mitgemacht haben.“
Lili, Gesellschaftsprofil Jg. 9 der Stadtteilschule Blankenese

Schreibt die Geschichte eures Blocks

Darum geht es:

Erstellt eine Broschüre über eure oder eine benachbarte Siedlung mit vielen Portraits ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Interviewt Menschen, die damals in den Neubau gezogen und solche, die nach und nach zuzogen sind. Unverzichtbare Engagementpartner: eine Geschichtswerkstatt, eine Wohngenossenschaft oder eine Wohnungsbaugesellschaft wie die Saga.

Warum das gut ist:

Wohnsiedlungen stecken, auch wenn sie gelegentlich recht verschlossen wirken, voller unentdeckter Geschichten. Eure Broschüre kann helfen, diese Geschichten zu erzählen, Menschen besser miteinander in Kontakt zu bringen und so zu mehr Identifikation und Nachbarschaft beitragen.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr werdet viele unterschiedliche Menschen kennenlernen und eine kleine Zeitreise durch eure unmittelbare Umgebung antreten. Ihr werdet etwas über die Entwicklung des Wohnens und der Stadt lernen, über Zuwanderung, die soziale Zusammensetzung eures Viertels und die Bedeutung funktionierender Nachbarschaften.

Erste Schritte:

Sucht euch eine Siedlung in der Nähe, vielleicht sogar die, in der ihr selbst lebt. Nehmt Kontakt zu möglichen Engagementpartnern auf. Hat die Wohnungsgesellschaft ein Büro vor Ort, gibt es einen Nachbarschaftstreff? Lasst euch interessante Menschen aus der Siedlung empfehlen und schreibt sie an. Informiert euch über die Geschichte und das soziale Profil eures Stadtteils.

Was ihr dafür braucht:

Mindestens 6 Monate Zeit, Wissen über die Siedlung, einen Türöffner für gute Kontakte, einen Interview-Leitfaden, die Einwilligungen der Interviewten, dass ihr Interviews und Fotos veröffentlichen dürft, möglicherweise Hilfe beim Layout, eine Idee, wie und wo ihr die Broschüre vorstellen und verteilen wollt. Geld für den Druck könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

14 bis 18 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

… die gibt es noch nicht. Seid die ersten! Wir freuen uns auf eure Zitate!

Startet einen Filmclub im Seniorenheim

Darum geht es:

Jugend heute, Jugend damals. Startet einen Filmclub im Seniorenheim mit alten Filmen oder Serien wie „Die Halbstarken“ oder „Die Unverbesserlichen“. Lasst euch erklären, warum die Filme wichtig waren, ob sie das Lebensgefühl von Jugendlichen aus der Zeit wirklich wiedergeben. Zeigt vielleicht auch einen Film, der für das Lebensgefühl vieler heutiger Jugendlicher steht.

Warum das gut ist:

Der Filmclub hilft, Isolation von HeimbewohnerInnen zu verringern, sorgt für Anregung, schafft Gelegenheit für die alten Leute, sich mit ihrer Biografie auseinanderzusetzen – und ganz nebenbei baut ihr so eine Brücke zwischen den Generationen.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr werdet sicherer im Umgang mit Menschen aus anderen Lebenswelten, übernehmt organisatorische und zwischenmenschliche Verantwortung und erfahrt viel über sozial- und alltagsgeschichtliche Hintergründe der Nachkriegszeit.

Erste Schritte:

Sucht Kontakt zu Seniorenheimen in eurer Nähe und überzeugt Leitung, Pflegende und SeniorInnen von eurer Idee. Recherchiert Filme oder Serien, die in den 50er-Jahren besonders beliebt waren. Fragt Großeltern und HeimbewohnerInnen, was sie damals gerne geguckt haben. Schaut in Filmografien nach, welche Rolle diese Filme damals gespielt haben. Organisiert mindestens drei bis vier Treffen, bringt Knabberkram und Getränke mit und macht es euch mit den alten Leuten gemütlich.

Was ihr dafür braucht:

Sechs Monate Zeit, um Kontakte aufzubauen und Filme zu recherchieren. Drei bis vier Mal drei Stunden Zeit für die Filme samt Begrüßung und Gesprächen. Filme und Beamer, einen Raum im Seniorenheim. Neugier, Freundlichkeit und Offenheit. Geld für die Filme und das Popcorn könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

14 bis 18 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Was ganz überraschend war im Altersheim, war wie offen und interessiert die Menschen waren. Also so hatten wir uns das gar nicht vorgestellt, auch dass sie so offen über ihr eigenes Leben gesprochen haben.“
Jodie, Stadtteilschule Bergedorf, Jg. 8 über ihr Projekt im Seniorenheim zum Thema Interkulturalität. ['You:sful]-Tagung 2017
„Also als ich mit einer älteren Dame gesprochen habe und sie zu mir gesagt hat, ich finde es toll, dass du hier bist, weil ich habe hier sonst niemanden zum Sprechen, da war ich schon traurig, dass es so ist, aber ich habe mich gefreut, dass ich für sie da sein konnte und sie hat sich auch jede Woche gefreut, wenn ich zu ihr kam und mit ihr gesprochen habe.“
Danina, Wichern Schule Jg. 7. ['You:sful]-Tagung 2017.
  • Yousful Bäume pflanzen gegen Artensterben
  • Yousful Bäume pflanzen im Viertel
  • Yousful Insektenhotels
  • Yousful Plastik
  • Yousful PARKing Day

Projekte für eine bessere Umwelt

Organisiert einen Flashmob gegen das Artensterben

Darum geht es:

Veranstaltet einen Flashmob am Jungfernstieg z.B. gegen das Artensterben. Ruft in den sozialen Medien dazu auf und bildet mit den Flashmobbern ein langes Spalier mit Bildern bedrohter Arten und Informationen, was die Menschheit tun muss, um das Artensterben zu stoppen.

Warum das gut ist:

Eine Million Arten sind laut des UN-Berichts aus dem Jahr 2019 vom Aussterben bedroht. Das Massensterben verursacht der Mensch durch Klimawandel, Raubbau und industrielle Landwirtschaft. Mit einem Flashmob schafft ihr Aufmerksamkeit für das Thema und zieht die PassantInnen in eine Diskussion.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr setzt euch mit einer zentralen ökologischen Herausforderung auseinander, prüft Fakten und unterschiedliche Diskussionslinien. Ihr lernt, wie ihr Öffentlichkeit für ein Thema herstellt, das euch wichtig ist und wie ihr Menschen überzeugen könnt. Ihr erfahrt, wie in Deutschland das wichtige Grundrecht auf Versammlungsfreiheit funktioniert.

Erste Schritte:

Klärt mit Lehrkräften und Schulleitung ab, ob sie euch die Aktion während der Schulzeit erlauben. Recherchiert den UN-Bericht und ob Umweltverbände wie Greenpeace oder der NaBu eure Aktion unterstützen. Checkt die öffentliche Diskussion rings um das Thema und schaut auf die Website des Umweltministeriums, um zu erfahren, was die Regierung plant. Meldet eure Versammlung bei der Polizei an und überlegt, auf welchen Social-Media-Kanälen ihr euren Aufruf zum Flashmob teilen wollt. Probt in Rollenspielen Diskussionen mit PassantInnen. Wenn es soweit ist, vergesst nicht, der Presse Bescheid zu sagen.

Was ihr dafür braucht:

6 Monate Zeit, Überzeugung (keiner soll gegen seine Überzeugung oder für etwas, was ihm nicht am Herzen liegt, politisch aktiv werden müssen), das OK der Schulleitung, die Genehmigung der Polizei (Versammlungsbehörde), sehr gute inhaltliche Vorbereitung, Material für Schilder und ähnliches, Erfahrung und oder Beratung in Social-Media-Nutzung. Geld für Material oder Beratungshonorare könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

16 bis 19 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Die Demonstration war ein Erfolg – dass alles funktioniert hat, wir sind ja alle noch sehr jung. Auf der persönlichen Ebene war spannend, dass man manchmal auf Granit beißt, dass es wichtig ist, nicht aufzugeben, dass ich unter Zeitdruck arbeiten kann und dass man nicht alles planen kann – wie z.B. das Wetter. (…) Wir in unserer Gruppe waren schon immer politisch interessiert – was sich aber geändert hat, ist, dass aus dem Interesse aktives Handeln geworden ist. Ich glaube, dass sich das so in unseren Köpfen verankert hat, dass das jeder von uns weiter machen wird.“
Mina, Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, Jg. 12 ['You:sful]-Tagung 2017 über die von ihrem Kurs organisierte Demo gegen Waffenexporte aus dem Hamburger Hafen

Sorgt für mehr Bäume in eurem Viertel

Darum geht es:

Sorgt für bessere Luft in eurem Stadtviertel. Sammelt Spenden, um einen oder sogar mehrere Bäume zu pflanzen. Euer Partner kann die Aktion „Mein Baum – meine Stadt“ sein, ein Kooperationsprojekt der Loki-Schmidt-Stiftung und der Umweltbehörde.

Warum das gut ist:

Bäume sorgen für besseres Klima in unserer Stadt: Sie spenden Sauerstoff, halten die Stadt kühl und schattig, binden CO2, filtern den Staub aus der Luft und machen das Stadtbild schöner.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr lernt, wie Bäume aufgebaut sind, wieso sie wichtig für das Klima sind und erfahrt, wie ihr für einen guten Zweck „fundraist“, also Geld sammelt.

Erste Schritte:

Sucht euch über die interaktive Spendenkarte ein oder mehrere Pflanzorte für Bäume in der Nähe eurer Schule aus. Nehmt Kontakt mit der Loki-Schmidt-Stiftung auf und fragt, ob sie euch bei eurer Spendensammelaktion unterstützt. Überlegt euch, wie ihr Geld sammeln wollt, macht euch im Internet schlau. Wollt ihr einen Spendenlauf machen oder selbstgemalte Baum-Postkarten verkaufen, grüne Muffins backen oder euch Geld mit Gartenarbeit dazu verdienen?

Was ihr dafür braucht:

3 Monate Zeit, Wissen über Bäume, Ideen und etwas Mut für das Fundraising. Möglicherweise Bastelmaterialien, Geld für das Drucken von Postkarten oder Zutaten fürs Backen. Geld dafür könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

7 bis 13 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

… die gibt es noch nicht. Seid die ersten! Wir freuen uns auf eure Zitate!

Baut Spatzen- oder Insektenhotels

Darum geht es:

Baut im Werk- oder Arbeitslehreunterricht Spatzen- oder Insektenhotels, damit die Tiere einen sicheren Platz für den Winter und für ihre Brut haben.

Warum das gut ist:

Viele Insektenarten finden in unserer aufgeräumten und zugebauten Stadt kein Plätzchen mehr zum Überwintern oder um ihre Eier abzulegen und sich zu vermehren. Den Spatzen geht es ähnlich, sie zählen zu den bedrohten Vogelarten – auch wenn sich ihr Bestand langsam erholt.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr lernt viel über das Leben der Tiere, die ihr schützen wollt und über die Natur in der Stadt. Ihr trainiert euer handwerkliches Geschick beim Bauen mit Holz, Bambus und vielen anderen Naturmaterialien.

Erste Schritte:

Beobachtet die Vögel oder die Insekten auf eurem Schulhof oder im Park. Wie viele Tiere zählt ihr in einer Stunde? Welche Vögel bzw. Insekten habt ihr gesehen? Wo halten sie sich gerne auf. Macht euch schlau über den Bau von Insekten- oder Spatzenhotels. Im Internet findet ihr Bauanleitungen und Tipps für gute Standorte. Die deutsche Wildtier Stiftung, der NaBu und andere Umweltverbände können euch mit Informationen und vielleicht auch mit Material unterstützen.

Was ihr dafür braucht:

Zwei bis drei Monate Zeit, Wissen über die Tiere, die ihr in eurem Hotel beherbergen wollt, Material und Werkzeug. Außerdem eine Lehrerin oder einen Lehrer, die/der euch zeigt, wir ihr damit sicher umgeht und einen Standort, an dem ihr euer kleines Hotel aufbauen dürft. Geld für Material und Werkzeug könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

8 bis 16 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Wir wollten was für die Umwelt machen. Es geht ja nicht immer nur um Menschen, wir brauchen ja auch die Tiere um zu überleben, und das vergessen viele Leute. Und deswegen haben wir uns für ein Insektenhotel entschieden. Das schönste war, dass wir zu sechst zwei Insektenhotels ganz alleine zusammengebaut haben.“
Sabrina, Stadtteilschule Kirchwerder Jg. 9, ['You:sful]-Tagung 2019

Schafft das Plastik raus aus eurer Kantine

Darum geht es:

Schluss mit den Coffee-to-go-Bechern, mit Styropor-Schalen und Plastikbesteck! Überlegt mit eurer Schulkantine, wie es ohne Plastik geht. Ruft die Woche des Butterbrotpapiers aus oder baut eine Plastikskulptur.

Warum das gut ist:

Plastik ist inzwischen überall - auch da, wo es nicht hingehört: Auf unseren Äckern, in unseren Meeren, in der Luft. Plastik ist leicht produziert und lässt sich schwer wieder abbauen. Plastikmüll zu vermeiden schont die Umwelt.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr lernt, warum Plastik so wichtig geworden ist in unserem Alltag, warum das Material so langlebig ist und dass es inzwischen viele gute Alternativen gibt. Ihr werdet lernen, mit Widerständen umzugehen und gut zu argumentieren.

Erste Schritte:

Macht euch schlau über den Plastikmüll: Was sind die Gefahren, was unternehmen Hamburg, die Bundesregierung und die EU bereits dagegen? Sprecht mit den Hamburger Stadtwerken (Müllabfuhr), vielleicht könnt ihr einmal eine Führung dort machen. Überlegt, wie Plastik in eurer Schule ersetzt werden kann, sprecht mit der Kantine, ob sie plant, etwas zu verändern, macht Vorschläge. Holt euch Unterstützung von euren Mitschülerinnen und Mitschülern, der Lehrerschaft und der Schulleitung.

Was ihr dafür braucht:

Mindestens sechs Monate Zeit um gut zu recherchieren. Einen selbstbewussten und respektvollen Umgang mit der Kantinenleitung, einen soliden Plan für eine begleitende schulinterne Kampagne und konkrete, schon durchgerechnete Vorschläge, wie Plastik ersetzt werden kann.

Empfohlenes Alter:

8 bis 18 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Wir wollten uns einfach dafür engagieren, dass weniger Plastikmüll auf den Straßen und in den Meeren landet und wir wollten die Leute aufklären, was für Alternativen es zum Plastik gibt.“
Lea Gymnasium Hoheluft, Klasse 8, ['You:sful]-Tagung 2019
„Mich beschäftigt, dass so viele Menschen nichts gegen den Klimawandel tun. Jeder redet darüber, aber keiner macht was dagegen. Ich möchte die Menschen aufklären, auch aktiv zu werden. Und ich achte jetzt auch selbst mehr darauf, nicht so viel Plastik zu kaufen, Pfandflaschen nicht wegzuschmeißen, weniger Fleisch zu essen.“
Ronja Gretel-Bergmann-Schule ['You:sful]-Tagung 2015
„Das Thema Plastikmüll ist immer noch ein Thema, wo wenig Bewusstsein in unserer Gesellschaft herrscht. Unser Ziel war es, dass wir zumindest schulintern dafür sorgen, dass es ein grobes Verständnis dafür gibt, dass man weiß, was für riesige Umweltprobleme durch unseren Plastikmüll ausgelöst werden und dass wir das verhindern können. Dass jeder einzelne was dagegen tun kann. Dabei ist es ganz wichtig, weil wir ja noch Schüler sind und minderjährig und somit noch nicht so viel Macht und Kraft haben, die Projekte umzusetzen, dass die Schulleitung für das Projekt hinter uns steht, dass man uns Beachtung und Gehör schenkt und dass das, was wir umsetzen wollen, nicht belächelt, sondern als etwas ernstgenommen wird, das die gesamte Gesellschaft betrifft.“
Oskar, Gymnasium Hoheluft, Jg. 8 ['You:sful]-Tagung 2019
„Wir haben eine Tauschbox gebaut, um ein wenig gegen die Konsumgesellschaft anzugehen. Uns war aufgefallen, dass viele Leute Dinge wegschmeißen, die andere Leute noch wunderbar verwenden können und deshalb dachten wir uns, dass es Orte geben müsste, wo man Dinge tauschen kann. Wir sind rumgefahren und haben uns Tauschboxen angeschaut. Es war ziemlich schwierig einen Ort zu finden, wo wir so eine Tauschbox aufstellen durften, wegen der Genehmigungen. Und da dachten wir, die Kirche macht ja auch soziale Sachen und dass wir die Tauschbox dort unterbringen können. Das hat geklappt: nächste Woche stellen wir sie bei der Kirche am Markt in Niendorf auf.“
Inken Lena, Corvey Gymnasium Jg. 12, Profil Medien und Verantwortung auf der ['You:sful]-Tagung 2019

Erobert euch die Straßen zurück: PARKing Day

Darum geht es:

Erobert euch die Straße zurück und macht aus einem ganz normalen Parkplatz einen Mini-Park mit Rollrasen, Blumentöpfen und Liegestühlen. Bietet PassantInnen Limonade, Obstkuchen und einen Platz zum Verweilen an. Zeigt, was mit weniger Autos in der Stadt alles möglich wäre.

Warum das gut ist:

Autos sind nicht nur schlecht fürs Klima, sie verbrauchen auch viel Fläche in unserer Stadt. Mit diesem Projekt könnt ihr den Menschen in eurem Viertel vor Augen führen, dass weniger Autos in der Stadt mehr Lebensqualität für alle bedeuten kann.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr werdet euch mit Verkehrskonzepten in Hamburg und mit Ideen zur „Verkehrswende“ auseinandersetzen. Ihr erfahrt, wie in Deutschland das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit funktioniert. Ihr werdet lernen mit den unterschiedlichsten Reaktionen der PassantInnen umzugehen.

Erste Schritte:

Holt euch das Einverständnis von euren Lehrkräften und der Schulleitung, dass ihr diese Aktion im Rahmen des Unterrichts durchführen dürft. Macht euch ein Bild von der jetzigen Situation: schaut z.B. in die Hamburger Verkehrsentwicklungsplanung und die aktuelle Studie „Mobilität in Deutschland“. Schaut, was ihr unter dem Stichwort Verkehrswende findet. Sucht euch einen Parkplatz in einer kleinen ruhigen Straße mit vielen FußgängerInnen. Meldet eure Aktion bei der Polizei an. Entwerft euren Mini-Park. Vorbilder findet ihr unter dem Stichwort PARKing Day auf der Website des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Sammelt Utensilien zusammen: Hat jemand Kunstrasen auf dem Balkon liegen? Wer kann Pflanzen und Absperrband mitbringen, wer Liegestühle und wer backt Kuchen? Macht Rollenspiele und übt, wie ihr mit neugierigen PassantInnen und genervten Parkplatzsuchenden umgeht. Macht Vorher-nachher-Fotos und spielt sie über Social-Media-Kanäle und dem Hashtag #parkingday (Persönlichkeitsrechte am Bild beachten!). Räumt nach der Aktion alles wieder gut auf.

Was ihr dafür braucht:

Vier bis sechs Monate Zeit. Den Rückhalt der Schulleitung und eurer Lehrpersonen, die Genehmigung der Polizei (Versammlungsbehörde), sehr gute inhaltliche Vorbereitung, Material für den Park. Geld für Material, könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

16 bis 19 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

… die gibt es noch nicht. Seid die ersten! Wir freuen uns auf eure Zitate!

  • Yousful Hamburger Tafel
  • Yousful Klassenpatenschaft
  • Yousful Gewalt an Mädchen und Frauen
  • Yousful Mentorschaft IVK
  • Yousful Kinder- und Jugendbeteiligung in eurem Bezirk

Projekte für eine gerechtere Stadt/Welt

Helft bei der Tafel oder bei Hanseatic Help

Darum geht es:

Helft bei der Essensausgabe der Tafeln oder beim Sortieren von Spenden bei Hanseatic Help.

Warum das gut ist:

Hamburg ist eine reiche Stadt, doch viele Menschen leben hier trotzdem in Armut, manche sind sogar obdachlos. Die Hamburger Tafeln und Hanseatic Help verteilen den Überfluss an Nahrung oder Kleidung an Bedürftige; das hilft Menschen in Not und sorgt dafür, Wohlstandsmüll zu vermeiden.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr erfahrt etwas über die soziale Spaltung der Stadt und wie engagierte Menschen helfen, die Not etwas zu lindern. Ihr könnt in Erfahrung bringen, warum Menschen in die Obdachlosigkeit rutschen, welche Unterstütztungsstrukturen der Staat und Freiwilligen-Organisationen anbieten und ob diese Hilfen ausreichen. Ihr lernt etwas darüber, was unsere Gesellschaft zusammenhält und was sie trennt.

Erste Schritte:

Sucht Informationen zu Armut und Obdachlosigkeit im Netz. Vielleicht macht ihr eine Führung bei der Organisation „Hinz & Kunzt“ mit. Recherchiert, ob es bei euch im Stadtteil eine Tafel gibt oder nehmt Kontakt zu Hanseatic Help auf.

Was ihr dafür braucht:

1 bis 3 Monate Zeit. Gute inhaltliche Vorbereitung, ein bisschen Mut, viel Respekt und Zuverlässigkeit für die Arbeit bei der Tafel, Zeit für mehrere Einsätze. Für die Kleiderkammer bei Hanseatic Help braucht ihr Genauigkeit beim Sortieren und ihr solltet bereit sein, mit vielen anderen Ehrenamtlichen zusammenzuarbeiten.

Empfohlenes Alter:

Hanseatic Help 8 bis 14 Jahre, Tafeln 14 bis 18 Jahre.

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Die größte Herausforderung war es, mit den Obdachlosen in Kontakt zu kommen. Man kann nicht einfach auf die Straße gehen und erwarten, dass sie einem das ganze Leben erzählen. Deswegen haben wir uns an die Hanseatic Help gewendet. Die haben geholfen.“
Mina, Albrecht-Thaer-Gymnasium, Profil Demokratie und Verantwortung Jg. 11 ['You:sful]-Tagung 2018
„Also Hanseatic Help ist eine riesige Kleiderkammer, wo Leute hinkommen können und verschiedene Sachen spenden können. Größtenteils Klamotten, aber auch Hygieneartikel. Das wird dann in Trucks geladen und überall in Hamburg verteilt; an Obdachlose, an Flüchtlinge, ein Container ging sogar in die Kriegsgebiete. Ich war immer besonders stolz darauf zu sehen, was ich alles zusammengepackt habe und was alles eingescannt wird, um verteilt zu werden. Ich will auf jeden Fall weiter machen bei Hanseatic Help, so einmal im Monat möchte ich auf jeden Fall mithelfen. Ich möchte mehr Leute davon überzeugen, Kleider zu spenden und nicht in den Müll zu schmeißen oder auf Ebay zu verkaufen.“
Natalie, Jg. 7 Wichern-Schule auf der ['You:sful]-Jahrestagung 2019
„Das schönste war, dass die Obdachlosen freundlich waren. Viele schieben die Obdachlosen in eine Schublade und sie gehören aber doch zur Gesellschaft. Sie haben oft eine schwere Zeit hinter sich und sie sind trotzdem freundlich. Das finde ich nicht selbstverständlich.“
Tiziana Stadtteilschule Bergedorf ['You:sful]-Tagung 2018

Übernehmt eine Klassenpatenschaft für Kinder, z.B. bei Plan International

Darum geht es:

Werdet Patin oder Pate für ein Kind in Afrika, Asien oder Südamerika und setzt euch für bessere Bildungschancen weltweit ein.

Warum das gut ist:

Plan International fördert beispielsweise über Kinderpatenschaften ganze Dörfer und Regionen, sorgt für mehr Bildung, bessere Gesundheitsversorgung und vieles mehr. Mit eurer Patenschaft unterstützt ihr die Arbeit und könnt dazu beitragen, die Lebensbedingungen in einem ganzen Dorf zu verbessern.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Im persönlichen Briefkontakt mit eurem Patenkind und in den Informationspaketen von Plan er erfahrt ihr viel über die Lebensbedingungen in den weniger entwickelten Regionen dieser Welt.

Erste Schritte:

Macht euch schlau: Wie funktioniert Plan, gehört die Organisation zu den vertrauenswerten Hilfsorganisationen? Welche Kritik gibt es an der Hilfsorganisation, was spricht für ihre Arbeit und in welchen Regionen ist die Hilfsorganisation aktiv? Gibt es andere Hilfsorganisationen, die ihr vielleicht besser findet? Was machen Terres des Hommes, Brot für die Welt oder UNICEF?

Was ihr dafür braucht:

1 bis 3 Monate für die Recherche und Fundraising, dann weitere Zeit, um Briefkontakt zu halten. Geld, um euer Fundraising zu finanzieren, könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

14 bis 19 Jahre

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Wir haben über eine Website für eine Grundschule im Himalaya Spenden gesammelt. Das Geld geht an den Verein Himalaya Hilfe. Unter anderem haben wir dort auch das Schulgeld für einen Jungen aus Nepal gesammelt: Er geht jetzt auf eine Klosterschule und das erste Jahr haben wir bezahlt.“
Ryan, Ida-Ehre-Schule auf der ['You:sful]-Tagung 2019
„In Nepal war ja ein großes Erdbeben vor ein paar Jahren. Und bei diesem Erdbeben sind sehr viele Menschen gestorben, auch Eltern. Und deshalb gab es so viele Waisen. Das Erdbeben hat aber auch das Kinderhaus zerstört – also wo konnten die Waisen überhaupt noch hingehen? Umso wichtiger war es, dass wir den Verein unterstützen, der das Kinderhaus unterstützt. Den Kontakt hatten wir über einen Freund unseres Lehrers. Zuerst hatten wir nur die Brieffreundschaft und darüber haben wir festgestellt, dass es den Kindern dort schlecht geht. Und jetzt in der Profilklasse widmen wir uns dem jetzt noch konzentrierter.“
Kassidy, Ida-Ehre-Schule, Jg. 8, ['You:sful] Profil, ['You:sful]-Tagung 2018
„Als wir dem Kinderhaus in Nepal das Geld geschickt haben, haben die damit gar nicht gerechnet. Die Menschen dort haben ja eine andere Währung und unser Geld ist dort extrem viel wert. Von dem, was wir geschickt haben, konnten sie sich Fahrräder kaufen und ein Stück Land, wo sie halt gärtnern und Essen selbst anbauen können. Und die waren so froh darüber, dass sie uns selbstgemachte Armbänder geschickt haben, wirklich schön und kompliziert gemacht und das gehört auch dazu diese Gebetsfähnchen und Bonbons. Und dann hat man gemerkt, für die Kinder ist es etwas sehr besonderes, wenn man so viel Geld geschenkt bekommt und für uns ist es etwas besonderes, wenn wir etwas so schönes Selbstgemachtes bekommen.“
Paula, Ida-Ehre-Schule, Jg. 8, yousful Profil, ['You:sful]-Tagung 2018

Engagiert euch gegen Gewalt an Mädchen und Frauen

Darum geht es:

Am 25. November ist der internationale Gedenk- und Aktionstag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen. Macht eine Aktion an eurer Schule oder in eurem Viertel, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Terre des Femmes hat in den letzten Jahren Aktionen organisiert - fragt nach, wie ihr euch beteiligen könnt.

Warum das gut ist:

Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist weltweit ein Problem – und es ist auch in Deutschland ein Problem – jede vierte Frau hat hier bereits Gewalt erlebt. Mit öffentlichen Aktionen zeigt ihr, dass Gewalt kein Kavaliersdelikt ist und stärkt Mädchen und Frauen den Rücken, die Gewalt erlitten haben.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr werdet erfahren, welche Rolle häusliche Gewalt auch heute noch spielt, wie Mädchen und Frauen sich wehren können und welche Gesetze und Einrichtungen sie schützen. Ihr könnt erarbeiten, wie es in der Vergangenheit um dieses Thema bestellt war und wichtige Meilensteine auf dem Weg markieren und herausfinden, was Gesellschaft und Politik noch unternehmen will, kann oder sollte.

Erste Schritte:

Nehmt Kontakt mit Terres de Femmes auf. Ist für dieses Jahr etwas geplant, könnt ihr euch noch anschließen? Lernt Organisationen kennen, die in Hamburg gegen Gewalt an Frauen vorgehen. Recherchiert zum Thema „Häusliche Gewalt“. Schaut dazu beispielsweise auf die Websites der Hamburger Sozialbehörde und des Bundesfamilienministeriums.

Was ihr dafür braucht:

1 bis 3 Monate für die Recherche und Aktion und 1 bis 3 Wochen für die Nachbereitung. Geld für eure Aktion könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

16 Jahre und älter

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Mein Gebiet sind die Frauenrechte. Ich engagiere mich bei Terre des femmes in Hamburg und da haben wir dann die Möglichkeit wahrgenommen, bei der weltweiten Flaggenaktion mitzumachen. Am 25. November ist der weltweite Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Wir haben erreicht, dass an diesem Tag, die Flagge auch an unserer Schule gehisst wurde. Wir haben mit dem Flaggehissen dann auch noch eine Durchsage in unserer Schule gemacht und auf das Thema und die Flagge hingewiesen. Es ist gut aufgenommen worden. Nun wird jährlich die Flagge gehisst am 25. November, das ist für uns schon ein schönes Gefühl, dieser Erfolg.“
Laura, Carl von Ossietzky Gymnasium Jg. 11, Kurs Demokratisch Handeln, ['You:sful]-Tagung 2017

Übernehmt eine Mentorschaft für die Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK)

Darum geht es:

Helft frisch zugewanderten Kindern und Jugendlichen an eurer Schule Fuß zu fassen, die deutsche Schule zu verstehen, sich im Viertel auszukennen. Zeigt ihnen, was ihr an Hamburg mögt.

Warum das gut ist:

Internationale Vorbereitungsklassen gibt es an (fast) jeder Hamburger Schule. Sie bereiten Kinder und Jugendliche, die gerade nach Deutschland gekommen sind, ein Jahr lang auf den „normalen“ Unterricht vor. Viele der Schülerinnen und Schüler sind aus ihren Heimatländern geflohen, manche sogar ohne Eltern, andere wiederum sind EU-Bürgerinnen und -Bürger und leben hier, weil die Eltern in Hamburg arbeiten. Ihr helft mit eurem Projekt beim Ankommen in einer für sie fremden Stadt.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr erfahrt etwas über Krisenherde der Welt, Fluchtgründe und was Geflüchtete in Deutschland erwartet. Ihr lernt etwas über die Freizügigkeit in der EU. Ihr lernt andere Kulturen kennen und könnt vielleicht auch eure eigenen Erfahrungen mit Zuwanderung einbringen. Ihr lernt bewusster mit Vorurteilen umzugehen und werdet eure Stadt zusammen mit den IVK-Mitschülerinnen und –schülern neu entdecken.

Erste Schritte:

Sprecht mit eurer Schulleitung: Gibt es IV-Klassen an eurer Schule oder vielleicht an der Nachbarschule? Findet bei den IV-Klassenleitungen heraus, ob sie sich eine Zusammenarbeit mit euch vorstellen können. Macht euch schlau: Wie sieht es mit der Zuwanderung in Hamburg aus, sammelt Informationen über Fluchtgründe und über die Lebenssituation von Geflüchteten und Zugewanderten in Hamburg. Überlegt euch ein Programm und besprecht es mit der IV-Klasse. Vielleicht kocht ihr gemeinsam, macht Ausflüge oder lauft gemeinsam Schlittschuh. Organisiert ein gemeinsames Schulfest, einigt euch auf Musik, Essen und Getränke. Vielleicht helft ihr einfach bei den Hausaufgaben oder organisiert regelmäßig eine gemeinsame aktive Pause auf dem Schulhof. Was immer ihr vorhabt: Macht es gemeinsam, redet miteinander, erlebt etwas zusammen.

Was ihr dafür braucht:

1 bis 3 Monate für die Recherche und Planung, den Rest des Schuljahrs für regelmäßige gemeinsame Aktionen. Geld für eure Pläne könnt ihr bei ['You:sful] beantragen.

Empfohlenes Alter:

12 Jahre und älter

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Wir haben eine Flüchtlingsklasse an unserer Schule, unsere Gruppe war mit diesen Jugendlichen Schlittschuhlaufen und auf dem Dom. Ich fand, dass es wichtig ist, die geflüchteten Jugendlichen an unserer Schule zu integrieren und ihnen auch die Möglichkeit zu geben, einmal etwas außerhalb der Unterkunft zu machen. Da haben wir sie dann einfach einmal mitgenommen. Ich glaube, die Flüchtlinge in unserer Schule fanden es ganz toll, weil sie sich immer sehr bedankt haben und gesagt haben, sie würden so etwas gerne noch einmal machen. Wir waren jetzt letztens in der Projektwoche mit ihnen im Jump-Haus. Und immer wenn man sie in der Schule trifft, lächeln sie uns an und sagen Hallo. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass die Flüchtlingsklasse keine isolierte Gruppe ist.“
John, Stadtteilschule Blankenese Jg. 9. ['You:sful]-Tagung 2017
„Wir engagieren uns für die Hausaufgabenhilfe für Flüchtlinge. Da sind wir jeweils an zwei Tagen Montags und Mittwochs mit sechs Personen und helfen bei den Hausaufgaben und den Erwachsenen helfen wir beim Deutschlernen und wir spielen mit den Kindern. Und wenn die Kinder mal keine Lust auf Hausaufgaben haben, lösen wir die Aufgaben eben spielerisch. Unser Projekt hat bis jetzt eigentlich ganz gut geklappt, wir kamen mit allen Leuten in Kontakt und konnten den Kindern gut helfen. Die freuen sich auch, dass Jugendliche zu ihnen kommen und nicht nur Erwachsene. Sonst gibt es noch zwei Betreuer, die die Sprache der Kinder sprechen. Die meisten Kinder kommen aus Syrien und die können, was ich erstaunlich finde, schon ziemlich gut deutsch und reden auch viel deutsch. Mich machen die Fortschritte stolz und wenn man sieht, wie die Kinder sich freuen, wenn man kommt.“
Lena, Stadtteilschule Blankenese, Profil Dialoge, Jg. 9 auf der ['You:sful]-Tagung 2019.
„Wir haben uns dafür engagiert, dass Flüchtlingskinder, die hier neu sind, sich bald besser in unserer Stadt zurechtfinden und wissen, wo sie Eis essen, wo sie auf den Spielplatz gehen können, dass es ihnen eben besser geht hier in der Stadt. Es hat auch sehr gut geklappt, dass wir uns in den Gruppen nicht gestritten haben, das hätte ich eigentlich erwartet, dass sich die und die Gruppe mal streitet.“ „Ich bin darauf stolz, dass wir anderen helfen können. Und dass wir auch schon weit gekommen sind, dass es Spaß macht und dass so viele Leute unser Projekt toll finden und das ist für mich schon sehr schön zu sehen.“
Thea und Jakob, 3c Grundschule Arnkielstraße zu ihrem Projekt ein Stadtplan für geflüchtete Kinder ['You:sful]-Tagung 2019.
„Wir haben uns für Flüchtlinge engagiert. Wir haben mit ihnen gespielt und Fasching gefeiert und noch andere Sachen gemacht. Wir waren auch schon einmal bei ihnen in der Erstaufnahme in der Schule, da war es ziemlich eng im Klassenraum. Wir haben ihnen auch Fragen gestellt. Und manche wurden beantwortet und manche nicht. Und wir haben ihnen kleine Mäuse geschenkt, wo Bonbons drin waren.“ „Die Kinder haben sich über die Einladung gefreut – mit denen sind wir alle befreundet.“
Sarah und Ava, Grundschule Arnkielstraße 1c, ['You:sful]-Tagung 2017.

Sorgt für Kinder- und Jugendbeteiligung in eurem Bezirk

Darum geht es:

Kinder und Jugendliche müssen an allen Entscheidungen beteiligt werden, die im Bezirksamt fallen und die Kinder direkt betreffen, wie z.B. die Sport- und Spielplatzgestaltung oder die Stadtplanung. Mischt euch ein. Fragt, was gerade geplant wird und wie ihr euch beteiligen könnt.

Warum das gut ist:

Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Beteiligung. Das hat die UNO in den Kinderrechten festgelegt und das wurde in vielen deutschen Gesetzen aufgenommen – unter anderem auch im Bezirksverwaltungsgesetz. Helft den Bezirksämtern dieses Recht umzusetzen, indem ihr es aktiv einfordert. Ein Projekt wird daraus allerdings nur, wenn in eurem Bezirksamt tatsächlich gerade Größeres geplant wird - aber das lässt sich ja herausfinden.

Was ihr dabei erfahren könnt:

Ihr setzt euch mit den Kinderrechten auseinander, erfahrt, wie Kommunalpolitik funktioniert, seht, über was in eurem Bezirk gerade nachgedacht wird und je nach Thema, lernt ihr etwas über Straßenführung, Parkgestaltung, Fahrradwege, Tempo-30-Zonen, Spielplatzpflege, Straßengrün oder bezirkliche Kulturförderung.

Erste Schritte:

Findet heraus, was der Bezirk plant. Schaut auf die Website, telefoniert mit den Partizipationsbeauftragten eures Bezirks (zur Not einfach im Vorzimmer der Bezirksleitung anrufen und fragen, wer dafür zuständig ist). Wenn nix geplant ist, müsst ihr euch ein neues Thema suchen. Wenn etwas geplant ist, besprecht mit eurer Lehrerin oder eurem Lehrer, ob und wie ihr mitmachen könnt und ob alles in eurem Zeitrahmen zu schaffen ist. Verabredet mit dem Bezirksamt genau, was eure Aufgabe sein soll: eine Meinungsumfrage oder ein gut argumentierter Planungsvorschlag, ein Kinder- und Jugendworkshop oder ist einfach euer Kommentar gefragt?

Was ihr dafür braucht:

2 bis 4 Wochen Zeit für die Recherche, ob und was euer Bezirk plant und ob ihr euch beteiligen könnt. Ggf. einen Plan B, wenn der Bezirk gerade keine passenden Projekte hat. Wenn es geklappt hat, braucht ihr Unterstützung von eurer Lehrkraft, Zuverlässigkeit, viel Kontakt mit den zuständigen BeamtInnen, den Mut Fragen zu stellen, die Offenheit nicht nur an eure Interessen, sondern auch an die Interessen der anderen Kinder und Jugendlichen im Bezirk zu denken. Und ihr solltet Spaß daran haben, Ideen zu entwickeln und zu präsentieren.

Empfohlenes Alter:

8 Jahre und älter

Was Schülerinnen und Schüler sagen, die etwas ganz Ähnliches gemacht haben:

„Wir haben uns gegen die Tempo-30-Zone engagiert, die vor unserer Schule eingerichtet werden sollte. Das klingt erst mal komisch, aber eine Tempo-30-Zone macht unsere Straße zu einer Verkehrsfläche ohne Ampeln und Fahrradwege. Da wir nebenan eine Grundschule, einen Hort und eine Kita haben, ist das sehr gefährlich für Kinder, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen. Wir haben uns für unseren Schulweg und den der anderen Kinder eingesetzt, sind zum Wandsbeker Verkehrsausschuss gegangen und haben jetzt auch verhindert, dass diese Tempo-30-Zone kommt. Das war schon aufregend. Ich wusste erst gar nicht, was man sagen soll, aber letztendlich sind die Leute im Verkehrsausschuss ja auch nur Menschen. Und ich fand es auch spannend, in die politische Welt eintauchen und auf Augenhöhe mit den Politikern sprechen zu können.“
Alina, Carl-von-Ossetzky-Gymnasium, Demokratisch Handeln Kurs, Jg.9, ['You:sful]-Tagung 2018
„Es gab eine Phase im Projekt Eimsbüttel 2040, wo wir alle gedacht haben, das kann eigentlich gar nicht klappen. Aber wir hatten ein so gutes Team und haben alles geschafft. Als wir die Präsentation im Bezirksamt vor dem Bezirksamtsleiter und den ganzen Beamten in Real Live hatten, standen wir vorne und konnten alles richtig schön sagen. Das war richtig gutes Teamwork.“
Sophia, Gymnasium Hoheluft, Jg. 8 zu ihrem Stadtentwicklungprojekt 2040 mit dem Bezirksamt Eimsbüttel.
„Wir haben uns dafür engagiert, dass Ufer des Isebeks schöner zu machen. Das wollen wir so umgestalten, dass da ein kleiner Steg ausgebaut wird, neue Bäume gepflanzt werden und eine neue Wiese ausgelegt wird, weil da gerade noch nur Beton ist… Wir wurden im Bezirksamt direkt nach der Präsentation darauf angesprochen, dass dort tatsächlich etwas verändert werden soll und ob wir Lust hätten, bei der Planung mitzuhelfen. Da hatten wir auch das Gefühl, wow, das Ding läuft.“
Eric über das Stadttentwicklungsprojekt Eimsbüttel 2040, Ida-Ehre-Schule, ['You:sful]–Profil Jg. 8 ['You:sful]-Tagung 2017

BürgerStiftung Hamburg
Gemeinnützige Stiftung des Bürgerlichen Rechts

Schopenstehl 31
20095 Hamburg

Telefon: 040 - 87 88 969 - 60
Telefax: 040 - 87 88 969 - 61