Lernen-durch-Engagement in Corona-Zeiten: Update 2

27.04.2020 – Nach sieben Wochen Homeschooling läuft die Schule langsam wieder an – allerdings nur für einen kleinen Teil der Schülerschaft. Social distancing, Besuchsverbote im Altenheim, Notbetrieb in den sozialen Einrichtungen werden uns auf unabsehbare Zeit begleiten. Wie kann Engagement unter diesen Umständen überhaupt stattfinden? Wie kann der Abbruch der Engagementprojekte sinnvoll gestaltet werden? Und wie bleiben unsere Arbeitsgruppen und Klassen gut in Kontakt?

Soziale Nähe im social distancing

An erster Stelle steht der Schutz der Schülerinnen und Schüler und der Menschen, denen sie gerne helfen möchten. Direkter Kontakt ist zur Zeit nicht mehr möglich. Das ist eine doppelte Herausforderung. Auf der einen Seite ist die Kommunikation in und mit der Klasse schwieriger geworden, auf der anderen Seite bricht so manch guter Projektplan einfach in sich zusammen. Folgendes kann weiterhelfen.

Digitales Klassenzimmer: Mittlerweile hat sich der Schulbetrieb auf das digitale Miteinander einigermaßen einstellen können. Wer noch auf der Suche nach besseren Tools ist, findet auf  Klicksafe Bewährtes und Neues vom „Digitalen Klassenzimmer“ Schritt für Schritt erklärt. Tools für die Zusammenarbeit von Klassen und Schülerarbeitsgruppen stellt auch die Bundeszentrale für politische Bildung vor.

Engagement für die Corona-Hilfe: Klassen und Kurse, die ihr Engagement grundlegend umsteuern möchten und in der Corona-Krise helfen wollen, finden auf der Website der Gesundheitsbehörde unter dem Stichwort Corona-Hilfe Ideen, Hilfsbedarfe und Projektpartner. Einkaufshilfen für Senioren sind dabei für Schülerinnen und Schüler weniger sinnvoll, aber  Altkleidersammeln für Hanseatic Help oder Briefe und Aushänge, die über die Nachbarschaftshilfen informieren all dies hält Abstand und bietet doch echte Hilfe.

Engagement umsteuern:

Helfen mit Distanz:
  • Aus der Mithilfe im Frühstückstreff für obdachlose Menschen, wird ein Engagement für den Gabenzaun, der regelmäßig mit Hilfe der Schülerinnen und Schüler mit Lebensmitteln und Kleiderspenden bestückt wird.
  • Aus dem Kuchenverkauf für einen guten Zweck wird ein online Spendenaufruf über eine der vielen Spendenplattformen wie betterplace.
  • Aus dem Engagement in der Kita oder Grundschule, wird  ein Begrüßungsvideo oder einen Begrüßungs-Videochat für all die Kinder, die nächstes Jahr in die ersten oder fünften Klassen eingeschult werden. Überlegen Sie mit Ihrer Klasse, was ist cool an Ihrer Schule, was erwartet die frisch eingeschulten Kinder und warum freuen sich die Älteren auf die Kleinen?
Aus direktem Engagement wird ein forschendes oder aufklärendes Engagement:
  • Viele Menschen, junge wie alte, werden durch Fake-News über Corona verückt gemacht. Welche News haben die Schülerinnen und Schüler bisher erreicht? Wie können sie Fake-News erkennen und was können sie dagegen unternehmen? Entwickeln Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern Strategien dafür, wie Familie und Freunde besser vor Fake-News geschützt werden können.
  • Statt der Anlage einer großen Bienenwiese auf dem Schulhof können Flyer und Samenbriefchen für mehr bienenfreundliche Pflanzen auf Balkonen und in Vorgärten erarbeitet und verteilt werden.
  • Aus dem Einsatz bei der Tafel wird ein Aufruf Lebensmittel an die zur Zeit dramatisch unterversorgten Tafeln zu spenden, der über die sozialen Netzwerk, Aushänge im Treppenhaus oder Flyer verbreitet wird.
Es hilft nichts, die Pojekte müssen beendet werden? Gestalten Sie den Abbruch:
  • Lassen Sie die Kontakte zu den Engagementpartnern aus Präcoronazeiten nicht einfach abbrechen. Melden Sie sich bei den Leitungen der Vereine, Kitas, Pflegeheime – oder wo auch immer Ihre Klasse aktiv war. Ein kleiner Abschiedsbrief von den engagierten Schülerinnen und Schülern und die Bitte um ein kurzes Feedback, setzt einen bewussten Schlusspunkt, lädt zur Reflektion ein und lässt Erfahrungen nicht einfach verpuffen.
  • Reflektieren Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern, was sie bisher mitgenommen haben, was sie gerne noch gemacht hätten und vor allem auch, warum es nötig ist, das Projekt auszusetzen oder zu beenden.
  • Vergessen Sie nicht anzuerkennen, mit welchem Ideenreichtum und Engagement die SchülerInnen bisher gearbeitet haben.
  • Eine „Abbruch-Präsentation“ lässt die SchülerInnen noch einmal resümieren, was sie geschafft haben und warum es wichtig war (oder gewesen wäre), sich zu engagieren – und sie schafft eine gute Grundlage für die Bewertung.
Mehr Tipps aus dem bundesweiten LdE-Netzwerk finden Sie hier

Bundesnetzwerk Lernen durch Engagment

LdE Kompetenz-Zentrum Schleswig-Holstein, LdE Arbeitsmaterialien in Corona-Zeiten

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